Von Renovierung und vom Aufräumen

Lange Zeit vergangen seit dem letzten Eintrag. Ist aber auch einiges passiert. Wir haben unser Schlafzimmer renoviert. Allein das ist schon Thema genug um an Realitäten zu verzweifeln. Wieso ? Weil gesunder Menschenverstand beim Renovieren an Grenzen stößt.
Primär ging es um die einfache Frage: Welchen Zweck hat Tapete ? Nun, jemand wie ich, kein Maler- oder Tapeziermeister, dachte, Tapete hätte den Zweck Wand zu verkleiden. Also, ums mal platt zu sagen, Wand – Tapete – Wand verkleidet. Unter Verkleidung verstehe ich Verhüllung. Überdeckung. Man sieht nicht mehr was drunter war. Und ich hör jetzt schon dieses Geräusch im Kopf wieder, dieses Mööööp bei falschen Fernsehquizantworten. Ich habe gelernt: Tapete ist Deko. Hat uns ein Fachmann gesagt. Wir haben nämlich farbige Tapete gekauft, wollten damit einen Arbeitsgang sparen beim Renovieren. Und weil ich wirklich auf Kriegsfuß stehe mit Tapetenkleister auf Klapptischen und darauf renitent wieder aufrollenden Tapeten, haben wir farbige Vliestapete gekauft. Ok, war nicht sehr teuer, zugegeben, aber wir wollten das Geld lieber in Dinge stecken, die einen echten Nutzwert haben, sowas wie Schrank, Bett, Kommode, Licht usw. Das sarkastische Teufelchen auf der Schulter unkt gerade „Hättste mal anständige Tapete gekauft. Dann hättst zwar nich anständig schlafen können, aber wenn du dann schlaflos an die Wand geglotzt hättest, hätts wenigstens gut ausgesehen.“ Nunja. Wir haben also die alte Tapete von der Wand gekratzt und dabei schon gemerkt, dass es früher wohl keine Möglichkeit gab, Tapetenkleister gleichmäßig auf Tapete aufzutragen. Einige Stellen konnte man fast von der Wand pusten, andere glichen eher einer Betonversiegelung. Wie dem auch sei, irgendwann war die olle Tapete weg. Rasch die neue Tapete zugeschnitten, drei Bahnen direkt auf die Wand geklebt (Wirklich, nehmt Vliestapete, das ist soviel einfacher zu Pappen) und dann erstmal abgewartet. Kleine Nebeninfo: Wir leben in einem recht alten Haus, alt bedeutet hier, daß unter der Tapete Schmuckputz zum Vorschein kam. Karmesinrote Rosen auf beigem Grund. Wir haben uns also unseren Vliestapetenerstling betrachte, der auch recht schnell trocknete und siehe da: Bunte, halb durchsichtige Vliestapete die sich farblich schick mit den durchscheinenden karmesinroten Rosen biss.

Da Murphys Gesetz auch für uns gilt, haben wir das natürlich nicht zu einem Zeitpunkt festgestellt, an dem wir noch hätten entscheiden können Farbe zu kaufen, Grundierung dazu und den Mist deckend zu gestalten. Nene, zwei Tage später sollten ja Bett und Schrank und Kommode usw geliefert werden. Also haben wir die Tapete wieder gepflückt und uns Vliesraufaser gekauft und damit in nahezu Nacht- und Nebelaktionen die Wände verkleidet mit großen Kompromissen, was die Farbgestaltung anging. Auf die Frage an den Fachmann, wieso er uns denn nicht gesagt hatte, dass die Tapete weniger verhüllt als die Arbeitskleidung einer Stripperin, fragt er uns: „Ja, glauben sie denn Tapete verdeckt alles darunter ?“ Ich war ehrlich. Ich hab Ja gesagt. Oder besser, ich habe ihm gesagt, dass ich es toll fände, wenn es so wäre. Man fragt ja beim Kauf eines Wintermantels auch nicht „Schick isser. Hält der auch warm ?“ oder beim Autokauf „Tolle Farbe. Was kostet es extra, wenn er auch noch fahren soll ?“

Renovierung abgeschlossen. Weihnachten ohne große gesellschaftliche Blessuren überstanden. Doch dann kam Facebook. Oder besser verschiedene Leute auf Facebook. Hier wieder meine scheinbar völlig naive Basisvorstellung, wie Facebook funktioniert: Basierend auf der Kommunikation echter Menschen mit all ihren Vorlieben, Ideen und Mitteilungsbedürfnissen ist es eine Plattform, die durch Einblendung von personifizierter Werbung Geld verdient. Ich bekomm übrigens bis heute noch Werbung in Facebook für Tapeten. Vliestapeten.

Jetzt soll es vorkommen, so dachte ich, daß Menschen unterschiedliche Vorlieben haben. Darüber posten sie bei Facebook. Ok. Ich kann entscheiden, wen ich in die Liste aufnehme. Ok. Ich kann Einfluß darauf nehmen, was mir angezeigt wird. Naja, gut, in begrenztem Rahmen jedenfalls. Aber, wie schon mehrfach gesagt, es handelt sich um Menschen. Ich vergleich das immer mit nem Raum voller Leute. Wenn die dahinten über Fussball reden, versteh ich als Nichtfussballfan nur die Hälfte. Trotzdem mag ich die Leute, sonst wär ich auf der Party nicht erschienen. Ich gebe mir auch selbst Mühe die Themen, für die ich mich interessiere mit den Leuten zu bequatschen die sich ebenso dafür interessieren. Usw, ich glaub, was ich meine, ist angekommen.

Nehme ich jedoch das Facebook-Benehmen, sähe es anders aus. Auf die Party wird irgendwie jeder eingeladen, bekannt, unbekannt, sympathisch, unsympathisch, usw. Und erst wenn man die im Raum hat, wird ausgesiebt. Andere Vorlieben. Raus. Zu lange nix gesagt. Raus. Zuviel vom für mich Uninteressanten gesagt. Raus. Falsches Foto. Raus. Mal ehrlich, würde sowas in einem Normalraum geschehen, gäbs ziemlich schnell ziemlich viel Stress. Ich gehör noch zu den Leuten, die sich überlegen, wen sie warum auf der Liste haben. Und ich steh dazu. Von den Leuten auf meiner Liste kenne ich JEDEN persönlich. Die Enge der Bekanntschaft variiert, ohne Frage. Aber ich nehm doch keinen auf die Liste, von dem ich nix wissen will und dem ich nix sagen will. Und ja, ich lese öfter Dinge, die mich nicht interessieren. Oder besser überfliege. Denn niemand hat mich beim Anmelden bei FB verpflichtet, mir wirklich ALLES bis ins kleinste Detail durchzulesen. Ich kann entscheiden „Juckt mich net.“ Oder ganz nach Tagesform „Juckt mich jetzt grad net.“ Mein Verständnis für frühjährliche Freundeslistenbereinigung hält sich sehr in Grenzen.

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Telefonate mit dem Internetgott

April 2013:

Man lernt doch nie aus. Ich werde zu einer für mich nachtschlafenden Zeit geweckt (10 Uhr) von einer indisch-englischen Stimme am Telefon. Mein Hirn braucht einen Moment bevor es in den entsprechenden Modus hochgefahren ist, was der Stimme Gelegenheit gibt mir den Grund des Anrufs (in wirklich schlechtem Englisch) zu erläutern, und ich möchte euch teilhaben lassen an den Weisheiten, die mir dieser Sohn des umfassenden Internetwissens erläuterte:
Er teilte mir mit, dass mein Computer etwas sehr Gefährliches tut, er läd Sachen aus dem Internet hoch und auch runter. Und es klang so, als sollte der brave Home-PC sowas gar nie machen. Und natürlich habe er, der Allwissende die ultimative Softwarelösung für das Problem.
Da hab ich aufgelegt. Was mich erst aber aufgeregt hat, weil der mich eben geweckt hat, führt nun zu gelinder Belustigung.
1. Mir war nicht bewusst, dass auf sämtlichen Datenströmen meine persönliche Telefonnummer aufgedruckt ist, womöglich auch noch meine Blutgruppe und der Name der Katze meiner Mutter. Kewl !!!!1111
2. Computer, die Verbindung zum Internet haben, womöglich mit Diensten, die Daten mit Stellen im Internet abgleichen, laden Sachen hoch und runter. Wenn sie an sind. Und er bietet mir eine SOFTWARE-Lösung für das Problem an. Ich soll also teure Software (womöglich im Monatsabo) erstehen, die den Rechner ausschaltet ? KEWL !!!
3. Ich habe auf der Arbeit öfter mal mit Tamilen und Indern zu tun. Und die, die sich IT-Technisch international bewegen, sprechen gutes Englisch. Als ich die Nummer, die mich da angerufen hat, mal abgefragt hab, kam ich auf einen Anschluss in Belgien. Auch nich schlecht *g*
4. Kurz vor Ende des Telefonats teilte mir der Mann noch mit, dass es gut sei, dass ich nur einen Rechner habe. *umguck* *auf Handys guck* *zur PS3 guck* Ja, gut dass ich nich soviele Sachen hab, die ins Internet gehen. Recht hatter !

Zwei Tage später…

Und der Spaß geht weiter. Die belgischen Inder haben mich erneut angerufen. Also, nein, besser: Eine Frau sagt mir, sie rufe aus Indien an, mit einer belgischen Vorwahl. Astrein. Indien ist kurzerhand nach Belgien umgezogen ? WOW !!
Ich fragte sie, wie sie denn an meine Telefonnummer gekommen sei, ihre Antwort: Durch den Global Positioning Router, das sei (Achtung, wichtig !) DER zentrale Computer weltweit über den das Internet läuft. Ich frage erstaunt ob das denn nicht toll sei, so EIN Rechner für das GANZE Internet. Und ob das ein 386er oder 486er sei. Und wieviel Hauptspeicher er denn habe. Haltet euch fest: ein 386er. Hauptspeicher wusste sie nicht. Schade. Ich hät sie noch gefragt, ob sie dann das Internet für die USA in den EMS geladen hätten. Naja, es kamen noch weitere Info’s.
Mein Computer läd mal wieder Sachen hoch und runter, sagt sie mir, kannte ich ja schon, aber das tut er auch wenn er aus ist, sagt sie. Ich bekunde mein Erstaunen, sage ihr, dass ich gerade vor meinem ausgeschalteten Rechner stehe und alle Kabel in der Hand halte, das Gehäuse mitten im Raum auf dem Teppich steht und sie hat keine Ahnung was ich sage und erklärt mir, ich zitiere: „And now you see, there is something malicious happening. I can see it now, what your Computer is doing.“ Ich habe den Gottrechner ! Ohne Strom, ohne Kabel, ohne WLAN und so kann er mit dem 386er von denen kommunizieren. Ich gebe erneut mein Erstaunen kund und frage „To get it right, is it using psi powers to hold up the connection ?“ Sie stimmt zu. Ich teile ihr mit, dass es dann wohl Zeit wird, dass ich mir meinen Rechner schnappe und im Vatikan bei der Wunder-Bewertungskommission vorspreche, dummerweise habe ich das auf deutsch getan, hat sie nich verstanden. In dem Moment hats mich geärgert dass ich mich englisch nicht so ausdrücken kann wie in meiner Muttersprache.
Aber nach der Aussage werde ich ernst, teile ihr mit, dass ich sie für das Werkzeug eines Betrugsversuchs halte. Da wird die pampig ! Und droht mir damit, meinen Rechner zu sperren *g* Und zwar innerhalb von 10 Minuten ! Ok, hart, dachte ich, und frage gespielt eingeschüchtert, welchen Rechner sie mir denn sperren werden. Den in der Mitte des Raumes oder den von Antje (Namen hab ich natürlich nich gesagt.) Ihre Gegenfrage: „Ah, how many computers do you have ?“ Meine Antwort: „About 250 today in my bathroom. But only if its about 20 degrees.“
Ab diesem Zeitpunkt stimmt sie allen meinen Informationen zu und ich verliere den Spaß daran, ich frag sie also, was wir nun tun können. Und da wurds dann wirklich kriminell. Ich sollte 1. auf eine bestimmte Seite gehen und mir was runterladen. 2. initial 600 Euro an eine Bank überweisen und dann monatlich 200 Euro zusätzlich oder sie würden mich sperren.
Jetzt mal ernsthaft, Phishing finde ich schon übel, aber erfüllt DAS nicht den Tatbestand der Erpressung ? Auch wenn ich nu nich wirklich Angst hab, dass ich gesperrt werde (immerhin habe ich scheinbar den einzigen Psi-PC).
Sachen gibts….

P.S.: Auch dieser Beitrag ist eine Zusammenfassung (leicht abgewandelt) zweier meiner Facebook-Posts.

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Spaß mit Unitymedia

oder
„..the way it is NOT meant to be.“

Letzten Samstag mittag, 11.55 Uhr. Ich schäle mich aus dem Bett, gehe ins Wohnzimmer und sehe meine Süsse mit finsterem Gesicht Kanäle im TV durchschalten, jeweils mit derselben Anzeige auf dem Schirm: Kein Signal. „Wir ham kein Fernseh, kein Internet, kein Telefon.“ Ein kurzer Blick aufs Kabelmodem mit zuwenig leuchtenden LED’s bestätigt diese Aussage. Wir beschliessen der Sache noch 10 Minuten zu geben, bevor ich den Kundendienst anrufe. Herr Schmitz meldet sich freundlich, ich schildere unser Problem und schaue schon zum Kabelmodem in der Erwartung, dass es wie durch Zauberhand plötzlich so leuchtet, wie es sein sollte. Tats nich. „Ja, Herr Hellmann, eine Groß-Störung ist da nich im Raum Düsseldorf gemeldet. Da muß wohl ein Techniker zu ihnen raus.“ Techniker, so habe ich bei den letzten 6 Telefonaten mit Unitymedia gelernt, sind deutsche Feenwesen. Unsichtbar, magisch begabt und verwaltungstechnisch mit einem chronisch vollen Terminkalender versehen. „Ich hab das jetzt alles weitergegeben, die Telefonnummer unter der sie anrufen ist immer erreichbar ?“ Ich bestätige ihm, dass ich mein Handy von nun an auch mit ins Bett nehmen werde. Man weiss ja nich, wann so ein magisches Wesen Kontakt aufnimmt. Ok, man weiss es fast nicht, deutsche Feentechniker haben bestimmt auch Wochenende. Wer brauch schon Samstags und Sonntags Fernseh, Telefon oder gar Internet ? Niemand. Fast. Und sicher wollen wir nicht, dass unser Feentechniker Ärger mit der Feengewerkschaft bekommt.
Ich verabschiede mich von Herrn Schmitz. Antje nutzt hemmungslos ihren Kindle, während ich feststelle, dass auf meinem kleinen Handy-Display spielen einfach keinen Spaß macht. Und so fange ich sogar an zu lesen. Schlafe dabei auch ein. Vier Stunden später beschliesse ich, dass Herr Schmitz noch nicht genug meiner liebreizenden Stimme gehört hat und rufe erneut an. Die Stimme in der Warteschleife sagt mir vollautomatisch, ich könne ja auch den Kundenservice im Internet nutzen. Sehr witzig. Aber fast noch besser ist die Aussage, dass der nächste freie Mitarbeiter mit mir verbunden werde. Zu zweit fragen wir uns, ob wir wirklich warten wollen, bis der nächste freie Mitarbeiter seine Schicht beginnt. Oder eingestellt wird am Montag. Doch unser warten wird belohnt. Wir bekommen Frau (-unverständliches Genuschel-).
Ich schildere unser Problem erneut und füge bewusst naiv an „Tja, nur hat sich jener ominöse Techniker noch gar nicht gemeldet.“ Die Antwort war schön.
„Ja, glauben sie wirklich, dass da einer vor Montag rauskommt ?“ Kurz schiessen mir Bilder von achselzuckenden Metzgern, Bäckern, Krankenschwestern durch den Kopf die ein Schild aufstellen mit der Aufschrift ‚Bis Montag.‘ bevor ich antworte „Joa, wieso nich ?“ „Ne, das wird nicht passieren. Geben sie mir mal bitte ihre Kundennummer.“ Komisch, die wollte Herr Schmitz vorhin gar nich haben. Brauch man die womöglich für einen Reperaturauftrag ? Ich gebe sie ihr. „So, dann gebe ich ihnen noch die Durchwahl und die Auftragsnummer.“ Tat sie dann auch. Und EXAKT in dem Moment schaue ich zum Kabelmodem und alle LED’s die leuchten sollten, tatens auch. Prima. So wars die letzten 5 mal auch. Offenbar ist meine Kundennummer ein magisches Wort, was dann die Leitungen freigibt. Wir beschliessen, dass wir nun nicht nochmal anrufen, um zu sagen, dass alles wieder funzt. Magie soll man nicht hinterfragen, dann verschwindet sie. Sieht man an den Feentechnikern. Die sehen wir auch nie.
Es wird Montag, 09.15. Es trudelt ein Anruf auf dem Festnetz ein. Der Feentechniker ist dran und hört sich rasch an, dass alles wieder geht. Aber das ist der Beweis. Feentechniker und so. Wie hätte er denn ohne Magie wissen sollen, dass im Falle eines Serverausfalls bei Unitymedia und somit nicht funktionierendem Telefon bei uns jedoch ein Freizeichen ertönt ? Wie hätte er ohne Magie wissen sollen, dass er statt der Handynummer auch das Festnetz nehmen kann ? Wundersame Welt.

P.S.: Dies ist die Kopie meines Facebookposts vom 13.12.2012. Passt aber gut hierher 🙂

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Wie jetzt ? Blog ?

Ehm, japp. Blog. Einfach so. Ohne großen Anspruch oder Hintergrund. Weil ich Lust dazu habe. Und die Zeit dazu. Wird auch nicht allzu anstrengend, nicht allzu regelmäßig. Eben einfach so 🙂

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar